Wenn Eis sogar Unterwasserinspektionen blockiert
Eine weitere, eher technische Folge ist, dass das Eis so dick und dicht ist, dass bestimmte vorgeschriebene Unterwasserinspektionen physisch unmöglich geworden sind. Rund um die Goglandinsel können Taucher beispielsweise nicht mehr arbeiten. Dieses Verfahren, das in der Ostsee normalerweise elf Stunden dauert, ist nun praktisch nicht mehr durchführbar.
Laut einer von Kommersant zitierten Quelle würden die Auswirkungen auf die Exportlogistikkosten zwischen 0,50 und 1,50 US-Dollar pro Tonne Fracht liegen. Allein für den Kohlesektor könnten die Kosten Hunderte Millionen Dollar betragen.
Allein der Finnische Meerbusen ist für 40 % der russischen Ölexporte auf dem Seeweg verantwortlich. Der Hafen von Primorsk verzeichnete in der ersten Februarhälfte einen Einbruch seiner Exporte auf 490.000 Barrel pro Tag: 30 % weniger als im Vorjahr und 50 % weniger als 2004.
Diese Situation ist beispiellos seit Februar 2010. Damals saßen über hundert Schiffe in russischen Häfen fest und warteten darauf, dass Eisbrecher die Schifffahrtswege freimachten. Endlose Warteschlangen, massive Verzögerungen für die Handelsschifffahrt und hohe Kosten für Treibstoff, die Immobilisierung der Schiffe und die Anmietung von Eisbrechern waren die Folge.