Die Lepra, die lange Zeit auf dem europäischen Kontinent als ausgerottet galt, tritt in der Europäischen Union gelegentlich wieder auf.

Rumänien und Kroatien haben kürzlich mehrere Fälle bestätigt, was die Gesundheitsbehörden erneut alarmiert hat. Obwohl das Ansteckungsrisiko weiterhin als gering eingeschätzt wird, erinnern diese Diagnosen daran, dass Krankheiten, die man für ausgerottet hielt, weiterhin bestehen.
Lepra, eine durch das Bakterium Mycobacterium leprae verursachte Infektion , wurde kürzlich in zwei EU-Mitgliedstaaten nachgewiesen. Diese Infektionskrankheit befällt vorwiegend die Haut und die peripheren Nerven und kann unbehandelt zu schweren und irreversiblen Schäden, darunter neurologischen Beeinträchtigungen und körperlichen Entstellungen, führen. Diese Meldungen markieren die symbolträchtige Rückkehr einer Krankheit, die in Europa seit Jahrzehnten praktisch nicht mehr aufgetreten war.
Ein Einzelfall in Kroatien identifiziert

In Kroatien haben die Gesundheitsbehörden einen Leprafall bestätigt. Der Patient ist ein ursprünglich aus Nepal stammender Arbeiter , der seit zwei Jahren mit seiner Familie in Kroatien lebt. Die Diagnose wurde in Split gestellt. Bemerkenswert ist, dass in der ehemaligen jugoslawischen Republik seit 1993 kein Leprafall mehr registriert worden war. Diese Entdeckung ist daher außergewöhnlich und hat die Gesundheitsbehörden zu erhöhter Wachsamkeit veranlasst.
Eine in Rumänien seit über vierzig Jahren beispiellose Situation
Rumänien hatte seinerseits seit 1981 keine Leprafälle mehr gemeldet. Allerdings wurden kürzlich zwei indonesische Staatsangehörige, die in einem Massagesalon in Cluj-Napoca arbeiteten, positiv auf Lepra getestet . Vorsorglich werden derzeit zwei weitere Angestellte des Betriebs getestet, um das genaue Ausmaß der Ansteckung zu ermitteln.
Kontamination im Zusammenhang mit einem Auslandsaufenthalt

Die von den rumänischen Behörden durchgeführten Untersuchungen haben den wahrscheinlichen Ursprung der Infektion ermittelt. Eine der infizierten Frauen war kürzlich von einem einmonatigen Aufenthalt in Indonesien zurückgekehrt , wo sie ihre an Lepra erkrankte Mutter besucht hatte. Dies bestärkt die Annahme, dass die Infektion außerhalb Europas stattfand.
Gesundheitsbehörden versuchen, die Öffentlichkeit zu beruhigen
Als Reaktion auf diese Meldungen versuchten die Gesundheitsministerien Kroatiens und Rumäniens, die Bedenken zu zerstreuen. Sie betonten, dass Lepra schwer übertragbar sei und eine Infektion in der Regel engen und längeren Kontakt mit einer unbehandelten infizierten Person erfordere. Laut ihren Angaben sei das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin extrem gering.